Auf die Frage nach traditionellen katalanischen Festen weist
uns unsere Gastmutter darauf hin, dass wir grade zum falschen Moment in
Perpignan angekommen sind. So findet unsere Reise in der katalanischen Hochburg
Frankreichs genau zwischen den zwei großen katalanischen Festen statt.
Begeistert schwärmt sie von dem Osterzeremonie, dem wohl
größten Touristenspektakel in Perpignan. Wir haben darüber schon etwas
im Deutschlandradio gehört: In Ku-Klux-Klan ähnlichen Spitzkappen (genannt Capatrutxa) laufen mehr als 1 000
Teilnehmer durch die Straßen Perpignans bis zur Kathedrale, um an das Leiden
Christi zu gedenken. Leider kommen wir für diese Zeremonie wenige Wochen zu
spät.
Erst in einigen Wochen findet hingegen am Canigou, dem heiligen Berg der Katalanen,
ein ganz besonderes Spektakel statt. An diesem östlichsten Gipfel der Pyrenäen
wird in der Nacht zum Johannistag (vom 23. auf den 24. Juni) ein Feuer
angezündet. Dieses Johannisfeuer (Focs de Sant Joan) wird seit 1955 dort entflammt und zu den umliegenden Dörfern
getragen. Während der Francodiktatur galt dies als Hoffnungszeichen für die
geflohenen spanischen Katalanen.