Donnerstag, 15. Mai 2014

L'amour passe par l'estomac (2)

Bei unserer kulinarischen Suche nach der katalanischen Identität sind wir auf den Geschmack gekommen. Also haben wir uns auf die Suche nach einem katalanischen Restaurant gemacht.
Hiervon gibt es zahlreiche in Perpignan. Unser Reiseführer petit futé, eine Art französischer Lonely Planet, empfiehlt vor allem das Dom Miquel. Direkt hinter dem Palais des Congrès et des Expositions hat man sich hier auf katalanische Küche spezialisiert. Auf die Frage, ob sie sich denn als Katalanin fühle, lacht die Kellnerin Marlen und erklärt, dass sie ursprünglich aus Brasilien stamme und katalanisch nur ein bisschen kann, da einige ihrer Freunde es sprechen.

Allerdings kann sie uns beraten, welches der angebotenen Gerichte die katalanische Küche am besten vertritt. Auf ihre Empfehlung hin entscheiden wir uns für Fideuà, eine Art katalanische Paella mit kleinen Nudeln und Meeresfrüchten. Nach diesem hervorragenden Hauptgang entscheiden wir uns beim Nachtisch für eine eher unkatalanische Tarte au Citron; leider war Creme Catalan grade aus.

Zwar haben wir auf unserer kulinarischen Suche fündig geworden und haben viel über katalanische Küche gelernt, allerdings ist uns auch klar geworden, dass dies nicht ausreicht, um von einer Identität zu sprechen. Wir fragen die Köchin des Restaurants, was sie dazu meint. Sie meint, dass es in Frankreich nur noch in den Dörfern wirkliche Katalanen gibt. Unsere Kellnerin Marlen, die das Gespräch mitbekommen hat, stimmt zu und schwärmt von den alten Menschen, die in Le Perthus vor den Häusern sitzen und abends Tee trinken und katalanisch reden. Vielleicht werden wir es auch noch dorthin schaffen.