Bei unserer kulinarischen Suche nach der katalanischen
Identität sind wir auf den Geschmack gekommen. Also haben wir uns auf die Suche
nach einem katalanischen Restaurant gemacht.
Hiervon gibt es zahlreiche in Perpignan. Unser Reiseführer petit
futé, eine Art französischer Lonely Planet, empfiehlt vor allem das Dom Miquel. Direkt hinter dem Palais des Congrès et des Expositions
hat man sich hier auf katalanische Küche spezialisiert. Auf die Frage, ob sie
sich denn als Katalanin fühle, lacht die Kellnerin Marlen und erklärt, dass sie
ursprünglich aus Brasilien stamme und katalanisch nur ein bisschen kann, da einige
ihrer Freunde es sprechen.
Allerdings kann sie uns beraten, welches der angebotenen
Gerichte die katalanische Küche am besten vertritt. Auf ihre Empfehlung hin
entscheiden wir uns für Fideuà, eine Art katalanische Paella mit kleinen Nudeln
und Meeresfrüchten. Nach diesem hervorragenden Hauptgang entscheiden wir uns
beim Nachtisch für eine eher unkatalanische Tarte
au Citron; leider war Creme Catalan grade aus.
Zwar haben wir auf unserer kulinarischen Suche fündig
geworden und haben viel über katalanische Küche gelernt, allerdings ist uns
auch klar geworden, dass dies nicht ausreicht, um von einer Identität zu
sprechen. Wir fragen die Köchin des Restaurants, was sie dazu meint. Sie meint,
dass es in Frankreich nur noch in den Dörfern wirkliche Katalanen gibt. Unsere
Kellnerin Marlen, die das Gespräch mitbekommen hat, stimmt zu und schwärmt von
den alten Menschen, die in Le Perthus vor den Häusern sitzen und abends Tee
trinken und katalanisch reden. Vielleicht werden wir es auch noch dorthin
schaffen.