Als wir unserer Gastfamilie von unseren Recherchen zum Sardana, dem traditionellen katalanischen Tanz, erzählen, berichtet unser neunjähriger Gastbruder, dass er den Sardana-Tanz in der Schule gelernt hat und bald einen Tanzauftritt im Palais des rois de Majorque, dem Palast der Könige von Mallorca, haben wird. Er fragt uns, ob wir Lust haben mitzukommen, ein Angebot das wir sehr gerne annehmen.Um 10 Uhr morgens treffen wir am Palast ein und stoßen bei atemberaubender Kulisse auf viele neugierig wartende Eltern, Großeltern und Touristen. Unterschiedliche Klassen von zwei Schulen wollen unter Beweis stellen, was sie in den letzten Monaten gelernt haben: Sardana tanzen.
Hierzu haben die teilnehmenden Schüler sich in traditionelle Schale geworfen: Sie tragen die barretina, eine Kopfbedeckung, die faixe (Gürtel) und die bigatanes, spezielle Tanzschuhe. Sogar eine cobla, die traditionelle Kapelle aus elf oder zwölf Blasinstrumenten, begleitet die Tanzenden. Besonders beeindruckend ist der flabiol Spieler, der neben der traditionellen Einhandflöte gleichzeitig auf dem Tambori den Rhytmus angibt. Die Stücke sind alle von den Musikern selbst komponiert und einer hat erst kürzlich hierfür als erster aus Perpignan eine wichtige Auszeichnung erhalten.Zunächst laufen alle in einer Art Galopp ein und positionieren sich in Kreisen. Mädchen und Junge im Wechsel wird sich nun an den Händen gefasst gemeinschaftliche getanzt. Das erinnert zunächst ein bisschen an den Tanz, den man zum deutschen Schlager "Dschinghis Khan" des öfteren sieht, wird aber zunehmend komplexer. Zum Schluss werden auch die Eltern und anderen Begleiter eingeladen mitzutanzen, sodass auch wir zu unserer ersten Sardana-Tanzstunde kommen.






